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Männergesangverein „Concordia" 1884 Feudingen

Im Jahre 1884 wurde von sangesfreudigen Männern der Gesangverein „Concordia" gegründet.
Auskunft über die Gründerjahre kann heute niemand mehr geben. Allerdings gibt das Protokollbuch aus dem Jahre 1909 Auskunft über die Aktivitäten in der damaligen Zeit. Da ist zu entnehmen, dass das 25-jährige Vereinsjubiläum am 27. 06. 1909 eine festliche und würdige Ausgestaltung fand.
Aus den Reihen der Männer, die in uneigennütziger Weise dem Verein vorstanden, gehört dem in 1936 verstorbenen Christian Bernshausen ein besonderer Ehrenplatz. 17 Jahre lang leitete er umsichtig die Geschicke des Vereins. Im Jahre 1929 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Dankbar erinnert man sich des Vereinswirtes Reinhold Müller, der jahrzehntelang das Amt des Schriftführers versah und sich stets großzügig für die Belange des Vereins einsetzte. Er verstarb, als die Amerikaner Ostern 1945 sein Haus besetzten. Andere Männer sorgten als musikalische Leiter dafür, dass die „Concordia" zu einem beachtlichen Klangkörper wuchs. Insbesondere Rektor Ruppersberg führte den Verein aus kleinsten Anfängen zu großen Erfolgen auf vielen Sängerwettstreiten in den Jahren 1910 bis 1923. Nach innen verlief das Vereinsleben zunächst ruhig. Stiftungs- und Sängerfeste wechselten in bunter Folge, und oft war man bei Nachbarchören zu Gast. Nachdem während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 die Sängertätigkeit ruhte, verzeichnete man ab 1919 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erfolgreiche Jahre. 1938 übernahm Richard Hackler die Leitung des Vereins und bewirkte auch nach Kriegsende die Wiederaufnahme des Chorgesangs im Februar 1946.
Ab 1947 vertrat Heinrich Meister mit Einsatz und Geschick die Vereinsinteressen. Musikalisch bewies Musikdirektor Theodor Jung mit dem Chor in vielen Konzerten sein großes Können.
Nach 1924 bis 1926 übernahm Ehrendirigent und Lehrer Fritz Hornbruch im Jahre 1949 zum zweiten Mal den Chor. Unter seiner musikalischen Leitung gab es viele öffentliche Auftritte;
der Name Hornbruch wurde in Sängerkreisen bald mit Achtung genannt. Der schönste Erfolg seines Wirkens war wohl der Schülerchor der Feudinger Volksschule, den er mit Unterstützung des gesamten Lehrerkollegiums gründete. Beachtliche Leistungen dieser jungen Sänger weckten große Hoffnungen für die Zukunft des Chorgesangs in Feudingen.
Ab 1955 übernahm der langjährige Concordiasänger Wilhelm Klein die musikalische Leitung des Vereins. In vielen Veranstaltungen konnte er sein
Können beweisen; vor allem verstand er es, immer wieder junge Sänger für die „Concordia" zu begeistern und für die Mitarbeit zu gewinnen.
Als Vorsitzender des Vereins erwarb sich Heinz Kaden ab 1959 bleibende Verdienste durch seine vorbildliche Vereinsführung, bevor ihn 1968 der junge Sangesfreund Gerd Reinschmidt ablöste. Mit viel Fleiß und Idealismus stand dieser an der Spitze des Vereins und konnte anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums 1984 einen beachtlich an Sängerzahl zugenommenen Männerchor vorstellen. 1986 wurde nach 17 verdienstvollen Jahren Gerd Reinschmidt von Rolf van der Burg abgelöst, der den Verein umsichtig und verantwortungsbewusst bis 1990 leitete. Christoph Schneider verstand es als sein Nachfolger bis 1999, den Verein als wichtigen Kulturträger unseres Dorfes darzustellen. Nach kurzer Amtszeit von Hans Werner Roth wurde in 2001 Karl Heinz Bürgel neuer Vorsitzender der „Concordia".
Naturgemäß lebt ein Gesangverein in erster Linie von seinem musikalischen Können, dargeboten in Konzerten und Wettstreiten. Was waren die Höhepunkte unseres Chores in den letzten 50 Jahren? Zu den herausragenden Veranstaltungen in der Geschichte der „Concordia" gehört sicher der Männerchorwettstreit unter 27 Vereinen
Pfingsten 1951 in der neuen Feudinger Volkshalle, an deren Planung und Bau die Sänger maßgeblichen und entscheidenden Anteil hatten. Zu erwähnen sind weiter die Wettstreite anlässlich des 75- und 85-jährigen Vereinsjubiläums. Unvergessen ist das Gemeinschaftskonzert mit der Stadtkapelle Böblingen in der dortigen Kongresshalle.
Für 40-jährige Chorleitertätigkeit wurde Wilhelm Klein 1969 vom Sängerkreis Wittgenstein geehrt; die „Concordia" ernannte ihn 1972 zum Ehrenchorleiter. Nach Wilhelm Klein übernahm Günter Heinrich die musikalische Leitung. Der Sängerkreis Wittgenstein ehrte ihn 1983 für 25-jährige Chorleitertätigkeit. Sein größter Erfolg mit der „Concordia" war ein Wettstreit in Oberflörsheim, wo alle ersten Preise und der Dirigentenpreis errungen wurden. Auch Günter Heinrich wurde wegen seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenchorleiter ernannt. 1990 wurde Hermann Irle aus Nenkersdorf sein Nachfolger, ehe ihn Werner Schmidt aus Freudenberg Ende 1992 ablöste.
Eine rasante Entwicklung begann 1996 mit Chorleiter Jens Schreiber aus Kreuztal, der den Chor zielstrebig zu einem Chor der Leistungsstufe I im Chorverband NRW führte. Die Leistungsbereitschaft der Sänger nahm 1999 der junge, engagierte und sehr kompetente Chorleiter Tobias Hellmann aus Birken bei Mudersbach auf und führte den Chor im gleichen Jahr zu einem Leistungschor der Stufe II und im Jahr 2001 zur Stufe III, dem Meistertitel im Chorverband NRW.
Dieser Titel wurde in 2006 in Rheine erneut ersungen. Chorleiter und Sänger waren stolz, daß die Vorträge allesamt mit „sehr gut“ bewertet wurden. In den Jahren 2000 und 2003 stellten sich Chorleiter und Chor erfolgreich dem sog. Zuccalmaglio-Wettbewerb des Chorverbandes NRW.
Chorleiter und Sänger ruhen sich auf den Erfolgen in der Vereinsgeschichte nicht aus, sondern versuchen, das Erreichte und Neues dem Publikum sympathisch darzubieten, um anzuregen und Interesse für den Chorgesang zu wecken.
Die Concorden sind auch bestrebt, aus der Teilnahme an Wettbewerben mit anderen Chören und Bewertungssingen des Bundeschorleiters zu lernen. Chorleiter und Sänger erinnern sich mit wohligen Schaudern an die tolle Atmosphäre beim Abschlusskonzert in einer riesigen Kirche in Riva/Gardasee. Bei diesem Internationalen Chorwettbewerb erreichten die Sänger im Jahr 2004 ein Silberdiplom der Stufe 9, schrammten am Gold soeben vorbei.
Auch der Internationale Chorwettbewerb in Lindenholzhausen, das sog. Harmonie-Festival, bei dem die Concorden 2005 ein Bronzediplom ersangen, diente der Vorwärtsentwicklung des Chores. Die Auftritte in den Domkirchen in Würzburg und Trier sowie dem Dom in Würzburg oder der riesigen Basilika, der St. Peter und Paul-Kirche in Weimar – sie bleiben in steter Erinnerung.
Als im übrigen bodenständiger Verein ist man in Feudingen sehr interessiert, Gottesdienste musikalisch zu umrahmen und den bisherigen Kirchenkonzerten weitere hinzuzufügen, um seine Stellung als wichtiger Kulturträger in Feudingen zu festigen.
Zum Vereinsleben gehören auch die sog. Sängerwettstreite, die man einfach annehmen muß.
Oft fuhren Chorleiter und Sänger stolz nach Hause, zogen aber auch Lehren aus den Auftritten.
Banfe, Hörstein, Dondorf, Salmünster, Oberveischede, Morsbach und Worms-Abenheim – jede Station war lehrreich.
Der Chor ist bestrebt, seinem wichtigen Motto gerecht zu werden, das da lautet „Tradition ist nicht das Aufbewahren der Asche, sondern das Weitertragen der Glut“.
Wir laden singefreudige Menschen gleich welchen Alters ein, bei uns im Chor zu singen.
(Falls es interessiert, wir singen nicht nur, sondern wir feiern auch gerne, letzteres auch mal kräftig).